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Die Veröffentlichungen von Dr. Jany Renz
Dr. Karlheinz Senghas, Botanischer Garten Universität Heidelberg
Jany Renz hat vieles und vielerlei hinterlassen. Ein dauerhaftes Erbe von ihm sind seine
Veröffentlichungen. Inhaltlich hatten sie zwei Schwerpunkte: bis 1971, als er sich aus seinem
Berufsleben zurückzog, dominieren Beiträge zur Naturstoffchemie, danach war seine
schriftstellerische Tätigkeit ganz den Orchideen gewidmet.
In seinem beruflichen Lebensabschnitt betrafen seine veröffentlichten Forschungsergebnisse
vor allem pharmazeutisch bedeutsame Pflanzen und deren Inhaltsstoffe. Nach seinen Studien über
die toxischen Wirkstoffe des Knollenblätterpilzes – seine Doktorarbeit – widmete er
sich viele Jahre den westafrikanischen Stophanthus-Sträuchern und ihren kreislaufwirksamen
Herzglycosiden. Nachfolgende Studienobjekte mit ebenfalls viel beachteten und pharmazeutisch
umgesetzten Ergebnissen wurden die mediterrane Meerzwiebel und der ostasiatische Maiapfel.
Weit über 50 Publikationen kamen bis zu seiner Pensionierung zustande. Seine erste
Veröffentlichung aber galt bereits seinen geliebten Hobby, den Orchideen. Schon mit 21 Jahren
beschrieb er in einer anerkannten Fachzeitschrift mit Ophrys aesculapii (Äskulap-Ragwurz) eine
von ihm entdeckte griechische Orchidee. Durch vielen Reisen in seiner Jugendzeit war er bestens
darauf vorbereitet, dass der östliche Mittelmeerraum lange Zeit sein beliebtes Tätigkeits-
und Forschungsfeld bleiben konnte, wobei er eine ganze Reihe weiterer Orchideenarten entdeckte und
beschrieb. Nach 1971 zog es ihn zunehmend noch weiter nach Osten, in die Türkei, nach Iran
und bis nach Pakistan. Über diese drei Länder, ausserdem über das Florengebiet der
Ägäis, erstellte er im Rahmen unfangreicher Veröffentlichungen über deren
Gesamtflora jeweils die Orchideenbearbeitungen; sie sind heute noch Standartliteratur. Seit 1980
widmete er sich in zunehmenden Mass der Gattung Habenaria, eine der beiden einzigen weltweit
verbreiteten und gleichzeitig artenreichsten Orchideengattungen. Zu ihr rechnet die Wissenschaft
heute ca. 800 Arten. Nur einmal, fast vor 100 Jahren, war jemand so mutig, eine Monographie von
Habenaria zu verfassen. Es zeugt von Renz' unbändigem Optimismus, dass er mit schon über
70 Jahren zum Versuch startete, diese Gattung und die Kenntnisse über sie zu aktualisieren.
Etliche bedeutende Publikationen – auch über ihre südamerikanische, südafrikanischen
und ozeanischen Arten – vermochte er ihr noch zu widmen, der grössere Teil der Arbeit aber
muss nun einem Nachfolger vorbehalten bleiben. Ebenso erging es seinem Vorhaben, mit dem er erst als
80-jähriger begann: die Orchideen des Himalajastaates Bhutan zu bearbeiten. Diese sehr
umfangreiche Veröffentlichung wurde erst 2002 durch zwei seiner Freunde fertiggestellt.
Als einer von nicht allzu vielen Nicht-Botanikern nimmt Jany Renz einen festen Platz unter den bleibenden
und auch in Zukunft immer wieder zitierten Orchideenforschern ein.
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